„Flächen und Gebäude klug nutzen“ - das 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung am 21./22.1.26 rückte den ländlichen Raum als Gestaltungs- und Zukunftsraum mit ihren Flächen, Bauwerken und Menschen in den Mittelpunkt. In zahlreichen Fachforen, getragen von Beiträgen und Praxisbeispielen, wurde deutlich: Leerstand auf dem Land ist kein Zeichen fehlender Perspektiven, sondern Ausdruck noch nicht genutzter Potenziale. Um diese zu heben, kommen idealerweise Bedarfe, Engagement und Verantwortung zusammen. Die Entwicklung des ländlich geprägten Raumes mit ihren Dörfern und Kleinstädten hängt maßgeblich von dem gemeinschaftlichen Engagement ab.

Besonders beeindruckend sind die Initiativen von Bürger:innen, die das Heft wieder in die Hand nehmen, sich den lokalen Leerstand kreativ aneignen und damit Prozesse in Gang bringen, wie die Initiative HeimatHOF/Gut Ziegenberg aus Sachsen-Anhalt oder die Wohnungsbaugesellschaft in Adorf/Vogtl. mit der Umnutzung des lokalen Gefängnisses zu einem Kreativort oder die Neuinterpretationen leerstehender Kirchen als Orte der Gemeinschaft. Die Praxisbeispiele aus verschiedenen Regionen zeigten, wie unterschiedlich Leerstand genutzt werden kann: von Bahnhöfen als offenen Begegnungsorten über Kirchen im Verbund mehrerer Gemeinden bis hin zu Mehrgenerationenhäusern, Dorfläden oder ärztlichen Versorgungszentren. Deutlich wurde dabei auch, dass ehrenamtliches Engagement eine tragende Rolle spielt, gleichzeitig jedoch professionelle Begleitung und verlässliche Förderstrukturen benötigt, die freie Handlungsoptionen ermöglichen, wie aktuell LEADER.

Inspiriert haben die vielen Akteur:innen, die in der Vorstellung ihrer Projekte, Vorhaben und Studien kooperative Entwicklungsprozesse hervorheben. Seien es die Erprobung des MehrWertOrtes in Eisenhüttenstadt durch CoWorkland eG, die Studie zur „Kunst der Daseinsvorsorge“ von Prof. Dr. Thomas Klie und Prof. Dr. Peter Dehne oder die Erhaltungsinitiativen des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.

Ein wiederkehrendes Thema war die Rolle von Gebäuden als Träger sozialer Innovation. Soziale Projekte, neue Formen der Daseinsvorsorge und zivilgesellschaftliches Engagement sind eng mit konkreten Orten verbunden. Erfolgreich sind vor allem Ansätze, bei denen Verwaltung, zivilgesellschaftliche Initiativen, Verbände und freie Träger gemeinsam Bedarfe und Ressourcen abgleichen und Verantwortung teilen. Eine Erfahrung, die wir im Denkmalnetz Sachsen in unseren Beratungen im ländlichen Raum machen. Insbesondere dann, wenn wir Kommunen und Privateigentümer dabei zu unterstützen, das lokale bauliche Kulturerbe in sinnvolle und gemeinwohlorientierte Nutzung zu bringen. Denn Denkmalschutz und Daseinsvorsorge müssen sich nicht ausschließen.

Gelungene Beispiele sind inspirierend, doch der Anfang oft schwer. Für alle, die sich fragen, wie der Einstieg in solche Prozesse gelingen kann, bietet das Denkmalnetz Sachsen Beratung und Unterstützung an. Zukunft im ländlichen Raum entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und vorhandene Räume gemeinsam neu denken.


Sie wollen sich von gelungenen Projekten inspirieren lassen: Inspirierende Beispiele

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Fotos: DNS, Barbara Ditze