Deutschlands größtes Kulturevent
Seit 1993 findet jährlich am zweiten Sonntag im September der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordinierte Tag des offenen Denkmals statt. Deutschlandweit können dann unzählige, sonst häufig unzugängliche Denkmale besucht werden. Möglich wird das durch das Engagement von diversen Einrichtungen, Initiativen und vielen ehrenamtlich tätigen Personen.
Deutschlands größtes Kulturevent fand dieses Jahr am 13. September unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ statt. Ein vielseitiges Programm mit mehr als 7.000 teilnehmenden Denkmalen und rund 11.000 Veranstaltungen in über 2.000 Städten und Gemeinden lockte Millionen Neugierige und hat gezeigt, dass Denkmale aus unserer (kulturellen) Versorgung nicht wegzudenken sind. Auch in Leipzig und Dresden öffneten hunderte Kulturdenkmale ihre Pforten.
Führungen durch das Haus der Architekten in Dresden
In der Landeshauptstadt lud das Denkmalnetz Sachsen ins Haus der Architekten, in dem es zusammen mit der Stiftung Sächsischer Architekten und der Akademie der Architektenkammer Sachsen seinen Sitz hat. Das 1929 als luxuriös ausgestattete Villa des Zigarettenfabrikanten Carl Bergmann fertiggestellte Gebäude präsentiert sich heute als inspirierendes Beispiel für einen denkmalverträglichen Umbau und eine multifunktionale öffentliche Nutzung.
Im Rahmen von Führungen durch das Baudenkmal konnten Besucher:innen in die bewegte Geschichte und gegenwärtige Gestalt des Gebäudes eintauchen. Bei Kaffee und Kuchen informierten zudem die im Haus sitzenden Einrichtungen über ihre Angebote und Tätigkeitsbereiche.
Buntes Leben im Leipziger Robert-Koch-Park
In Leipzig war das Denkmalnetz Sachsen im idyllischen Robert Koch-Park zugegen. Diesen ließ der Unternehmer Paul Sack von 1910-1913 als Landschaftspark mit Gebäuden nach Entwürfen der Architekten Schmidt und Johlige errichten. Nach 1948 wurde das Areal als Lungenkurheim und Krankenhaus genutzt. Vor fünf Jahren ging der Park schließlich in städtischen Besitz über und wird seither als Begegnungsort revitalisiert.
Zum Tag des offenen Denkmals herrschte Im Robert-Koch-Park gleich an mehreren Orten buntes Treiben: Am ehemaligen Kutscherhaus (Haus 6) fanden von der AG Park Schloss Grünau organisierte Buchlesungen und Filmvorführungen statt. Die AG bot zudem gut besuchte Führungen durch den Park an. Am einstigen Sommerhaus lud die inab – Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft des bfw mbH unter anderem zum „Plattenpicknick mit Musikbingo“ und zum Erzählcafe „Beruf & Leben“ ein.
Am Haus 4 gab das Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung der Stadt Leipzig Auskunft über den aktuellen Stand der umfassenden integrierten Weiterentwicklung des Parks. Unter dem Titel „Krakeele“ veranstaltete der Haus Steinstraße e.V. zudem Lesungen, Puppenspiel und Workshops für Kinder. Das Denkmalnetz Sachsen und die Leipziger Denkmalstiftung informierten an einem gemeinsamen Stand über ihr Engagement in- und außerhalb des Robert-Koch-Parks und boten für kleine Denkmalbegeisterte eine Malstation und die Kinderrallye „Auf Spurensuche“ an. Entlang von acht im Park verteilten Stationen konnten sie ein Lösungswort errätseln und nebenbei viel über die Unternehmerfamilie Sack und den von ihr begründeten Park lernen.
Der Tag hat wieder gezeigt: Denkmale nehmen als infrastrukturelle Einrichtungen eine wichtige Rolle in unserem alltäglichen Leben ein. Nicht weniger bedeutsam sind sie als gleichermaßen historische wie zukünftige Orte unseres kulturellen Gedächtnisses. Dass Denkmale gesellschaftlich relevant sind und identitätsstiftend wirken, bestätigt das große öffentliche Interesse am Tag des offenen Denkmals jedes Jahr ums Neue. Wir bedanken uns bei allen, die uns in Dresden und Leipzig besucht haben und freuen uns schon jetzt auf den zweiten Sonntag im September 2027!
Weiterlesen:
- Tag des offenen Denkmals 2025: Denkmalnetz Sachsen mittendrin
- Tag des offenen Denkmals 2024: „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte.“
Fotos: DNS, Sarah Blacha, Josy Pechstädt, Nora Ruhland und Sophie Thorak