Bereits um 1540 wurde durch den Glasmacher Christoph Schürer in der Eulenhütte (Sovi Hut) bei Neuhammer (Noye Hamry) nahe Neudeck (Nejdek) blaues Farbglas aus Kobalterz, Quarz und Holzasche hergestellt. Das erste Blaufarbenwerk Sachsens gründete der Wismutzehntner Christoph Stahl 1568 in Schneeberg. Damit begann ein interessantes, seit über 400 Jahren andauerndes Kapitel sächsischer Industriegeschichte, das zahlreiche spannende Aspekte von Spionage über frühe Syndikatsbildung und Schmugglerei bis hin zu Technologietransfer und Anpassung an neue Produktionsweisen enthält.
Das Blaufarbenwerk Schindlerswerk ist heute die älteste produzierende Farbenfabrik der Welt. Seit 2019 wird ihre herausragende Bedeutung als Bestandteil der Bergbaulandschaft Schneeberg zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge (Krušnohoří) gewürdigt.
Tagesablauf:
Zunächst werden Sie mit uns das 1635 gegründete Blaufarbenwerk Niederpfannenstiel (heute Nickelhütte Aue) besuchen. Dort sind noch einige wenige Gebäude aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhalten. Eine Ausstellung macht Sie mit der Technologie und der Geschichte der Blaufarbenproduktion vertraut.
Im Anschluss begeben Sie sich mit uns uns zum Blaufarbenwerk Schindlerswerk. Das 1649 gegründete Werk ist in seiner Gebäudesubstanz, die zum Großteil aus dem 19. Jahrhundert stammt, weitestgehend vollständig erhalten. Ein Teil der Bebauung, so zum Beispiel das Herrenhaus, geht auf die Gründungszeit zurück. Ein Förderverein kümmert sich um die öffentliche Präsentation des Montankomplexes und unterstützt den Eigentümer beim Erhalt des umfangreichen Gebäude- und Anlagenbestandes.
Am Nachmittag besuchen Sie mit uns die Fundgrube Wolfgangmaaßen in Schneeberg Neustädtel. Die Grube wurde 1555 erstmals erwähnt und bis Ende der 1920er Jahre betrieben. Hier sollen die Gewinnung und Aufbereitung des Kobalterzes und die Bedeutung der Wasserkraft für den Bergbau im Mittelpunkt stehen. Durch den Bergbauverein Schneeberg wurden, in dem großen Pochwerksgebäude von 1818, die Aufbereitungsanlagen rekonstruiert. Außerdem haben Sie die Möglichkeit unter Tage zu gehen und die Radstube zu besichtigen.
Treffpunkt:
Die Exkursion ist als Bustour geplant und startet 7:30 Uhr in Dresden. Es wird auch die Möglichkeit geben, in Chemnitz und Aue zuzusteigen. Sollten nicht genügend Anmeldungen vorliegen, werden wir die Exkursion individuell mit PKW durchführen.
Verpflegung und Ausrüstung:
Das Mittagessen ist im Gasthaus „Zum Torfstich“ geplant.
Da es unter Tage stellenweise etwas schlammig ist, sollte robustes Schuhwerk getragen oder Gummistiefel zum Wechseln mitgeführt werden.
Teilnahme:
Teilnahme nur nach Voranmeldung.
Die Teilnahmegebühr von 60,00 € bzw. 55,00 € für Mitglieder des Landesvereins, ist im Vorfeld zu überweisen oder zu Beginn der Veranstaltung in bar zu bezahlen.
Anmeldung:
Anmeldungen bis zum 10.04.2026 bitte per E-Mail an andreas.krause@denkmalnetzsachsen.de oder telefonisch unter 0172 8169983.
Veranstaltet von:
Weiterbildung im Denkmalnetz Sachsen c/o Sächsischer Heimatschutz e.V.
Fotos: DNS, Andreas Krause